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Welches Füllmaterial für Kissen?

« Die Eigenschaften von Daunen, Naturhaar, Schaum und Co. auf einen Blick »

Das Kopfkissen bildet die Schlafunterlage für die wichtigste Zone Ihres Körpers. Ob Sie gut schlafen, hängt in hohem Maße von den Merkmalen des öfter vernachlässigten Zubehörs fürs Bett ab. Elementar ist das Füllmaterial. Daunen und Federn wirken gänzlich anders als Naturhaare, Textilfasern oder Schaum. Im Beitrag gehen wir allen Kopfkissenfüllungen auf den Grund und erklären, welche Füllung wann die beste Wahl darstellt.

Füllmaterial für Kissen – diese Varianten gibt es

Im Wesentlichen unterscheidet man sechs Arten von Kopfkissenfüllungen: Daunenkissen und Federkissen, Naturhaarkissen und Naturfaserkissen, Textilfaserkissen sowie Kopfkissen mit Schaum-/Gelfüllung. In der Tat lässt sich der Schlaf beziehungsweise dessen Qualität durch das Füllmaterial beeinflussen. Beachten Sie von Anfang an, dass stets individuelle Faktoren darüber entscheiden, welches Füllmaterial wem am besten passt.

Feder- und Daunenkissen

Daunen- und Federkissen sind die absoluten Klassiker. Gemeinhin finden sich in den Kopfkissen dieser Art sowohl Daunen als auch Federn. Erstere zeichnen für die Weichheit verantwortlich, Letztere für die erforderliche Stützkraft. Dabei gilt: Je höher der Anteil der Federn, desto fester ist das Kissen.

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Ein sogenannter 3-Kammer-Aufbau fördert die Stützkraft klassischer Daunenkissen. Dabei besteht die mittlere, stützende Lage weitestgehend aus Federn, während die zwei äußeren „Daunenkammern“ eine flauschige Oberfläche erzeugen.

Naturhaarkissen

Naturhaarfüllungen sind in erster Linie natürlich. Die konkreten Eigenschaften sind von Naturhaar zu Naturhaar unterschiedlich. Rosshaar beispielsweise macht ein Kissen sehr fest und flach. Demgegenüber erweisen sich Kopfunterlagen, die mit Schafschurwolle oder Kamelflaumhaar gefüllt sind, als besonders weich und anpassungsfähig.

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Modelle mit Naturfaserfüllung

Neben Naturhaarkissen gibt es weitere Kopfkissen mit natürlichem Füllmaterial. Dazu zählt etwa die allseits bekannte und beliebte Baumwolle. Im Trend sind zudem Modelle mit einer Füllung aus Hirse oder Dinkel. Die Materialien bieten ein festes, zugleich aber auch adaptives Liegegefühl.

Besonders wohltuend ist die Massagewirkung der körnigen Kissenfüllung. Sie fördert die Durchblutung.

Ausführungen mit Textilfaserfüllung

Als Füllmaterial für Kissen kommt auch Textilfaser in Betracht. Verwendet werden unter anderem Hohlfaserkugeln. Dabei handelt es sich um kleine, aus Hohlfasern bestehende, Wattekügelchen. Je nach Füllmenge sind so ausgearbeitete Kopfunterlagen mehr oder weniger voluminös. Die Hohlfaserstrukturen zeichnen sich durch feuchtigkeitsableitende und wärmeisolierende Eigenschaften aus.

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Schaumkissen/Gelkissen

Alle bisher beschriebenen Füllungen sind lose. Daneben gibt es noch „feste“ Inhalte für Kopfunterlagen, wie sie bei den meisten Nackenstützkissen besteht. Dazu gehören Viscoschaum, Latex und Gelschaum. Die Füllmaterialien sorgen für eine gute Stützwirkung und ein druckentlastetes Liegegefühl.

Viscoschaum ist thermoelastisch, das heißt, er reagiert auf die Körperwärme der Person und passt sich dem Kopf sowie dem Hals- und Schulterbereich beim Schlafen an. Jedoch spielt auch die Außentemperatur eine Rolle: Ist es sehr kalt im Schlafzimmer, vermindert sich die Reaktionsschnelligkeit des Viscoschaums. Kopfkissen mit Gelfüllung haben mehr oder weniger dieselben Charakteristika wie Modelle mit Viscoschaum, sind jedoch nicht temperaturabhängig.

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Kissenfüllung wählen – diese Kriterien sind entscheidend

Ihre individuellen Eigenschaften und Vorlieben geben vor, welche Kissenfüllung die beste für Sie ist. Anhand bedeutsamer Kriterien, beispielsweise der bevorzugten Schlafposition oder der Neigung zum Schwitzen erläutern wir, wer zu welchem Füllmaterial für Kissen greifen kann und sollte.

Schlafposition

Unabhängig davon, ob Sie Seiten-, Rücken- oder Bauchschläfer sind: Das Ziel besteht darin, dass Ihr Kopf und Ihr Körper im Schlaf eine gerade Linie bilden. Nur so lassen sich Nacken- und Rückenprobleme vermeiden.

Wer vorwiegend auf dem Rücken schläft, braucht ein festes und relativ flaches Kopfkissen. Infrage kommen demnach niedrige Daunen- und Federkissen mit 3-Kammer-Aufbau sowie Ausführungen mit Naturhaar, vor allem Rosshaar. Auch Gelkissen eignen sich.

Oben: Wirbelsäule ist gerade, alles richtig / Unten: Wirbelsäule verkrümmt: Falsche Schlafposition
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Bauchschläfer sollten einer tendenziell weichen und ebenfalls flachen Kopfunterlage den Vorzug geben. Sinnvoll sind Naturhaarfüllungen aus Schurwolle oder Kamelflaumhaar.

Für Seitenschläfer gibt es keine speziellen Empfehlungen. Hier kommt es mehr auf die sonstigen Faktoren an. Wiederum ist aber essenziell, dass Kopf und Körper beim Schlafen gerade „ineinanderlaufen“, der Nacken also weder nach oben noch nach unten zeigt. Es lohnt sich, verschiedene Kopfkissen aktiv zu testen. Eine zweite, beobachtende Person erkennt, ob die Position des Liegenden passt.

Weichheit vs. Festigkeit

Bevorzugen Sie ein weiches Kissen, in das Sie regelrecht einsinken können, das sich also sehr gut formen und drücken lässt, treffen Sie mit einer Textilfaser als Füllung die ideale Wahl. Füllwatte beispielsweise erzielt die anvisierte Kuscheligkeit und Nachgiebigkeit.

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Für diejenigen, die im Kopfbereich ein festes, stabiles Liegegefühl wünschen, sind Dinkel oder Hirse als Kissenfüllung sinnvoll, ebenso Rosshaar- und Federkissen.

Neigung zum Frieren

Manche Menschen neigen zum nächtlichen Frieren im Bett. Sie sollten Kopfkissen wählen, die mit wärmenden Eigenschaften einhergehen. Beispiele für adäquate Füllungen mit dem Merkmal sind Daunen und Federn.

Neigung zum Schwitzen

Schwitzen im Schlaf ist normal, mitunter aber stärker ausgeprägt. Für solche Personen sind atmungsaktive Füllmaterialien elementar. Naturhaar ist durch einen guten Feuchtigkeitsabtransport gekennzeichnet. Auch Schaumstoffflocken sowie Kissen mit Schaumkernen aus Viscoschaum, Latex oder Schaumgel erfüllen dieses Kriterium.

Schaumkissen sind wirkungsvoll, wenn man Nachts viel schwitzt
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Wer schnell schwitzt, aber dennoch wärmebedürftig ist, profitiert von den Charakteristika, die Kissen mit Hohlfaserkugeln aufweisen. Diese Modelle leiten Feuchtigkeit schnell und zuverlässig ab, isolieren allerdings auch sehr gut.

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Allergikertauglichkeit

Hausstaubmilben machen einigen Menschen zu schaffen und können den Schlafkomfort sowie das Befinden nach dem Schlaf massiv beeinträchtigen. Die Wahl des Kissens will in dem Fall also besonders gut überlegt sein. Es empfiehlt sich, ein Füllmaterial zu nehmen, das bei hohen Temperaturen ab 60 Grad Celsius in der Waschmaschine waschbar ist. In Betracht kommt beispielsweise die synthetische Faser Polyester.

Des Weiteren gibt es Allergiker, die bestimmte Materialien nicht vertragen. Dabei hat es sich bewährt, auf Naturhaarkissen beziehungsweise Naturfüllungen zu setzen.

Stützkraft für den Nacken

Immer mehr Menschen leiden an hartnäckigen Nacken- und Rückenschmerzen. Neben mangelnder Bewegung ist das Bett einer der Hauptgründe dafür. Vom Lattenrost und der Matratze bis hin zur Decke und dem Kopfkissen muss jedes Detail stimmen, um Nacht für Nacht gesund zu schlafen und Nacken und Rücken zu entlasten.

Haben Sie mit Nacken- oder Rückenproblemen zu kämpfen, raten wir Ihnen, sogenannte Nackenkissen beziehungsweise Nackenstützkissen genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie sind exakt darauf ausgerichtet, die gefährdete Körperregion effizient zu stützen. In der Regel haben entsprechende Modelle eine Schaum- oder Gelfüllung.

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Bei Nacken- und Rückenschmerzen ist ein Kopfkissen mit einsinkenden Eigenschaften tabu. Stattdessen empfehlen sich Nackenstützkissen mit Schaumkernfüllung. Sie enthalten meist mehrere herausnehm- und wieder einsetzbare Platten. So kann jeder die für seinen Bedarf optimale Kissenhöhe erwirken.

Fazit oder: Das richtige Füllmaterial für Kissen ist personenabhängig

Daunen, Feder, Naturhaar, Naturfaser, Textilfaser, Schaum: Die Bandbreite an erhältlichen Füllmaterialien für Kopfkissen ist immens. Sie alle haben Vor- und Nachteile. Um die ideale Füllung für die eigenen Bedürfnisse zu ermitteln, gilt es sich Gedanken über persönliche Vorlieben und individuelle Charakteristika wie Schwitz- oder Fröstelneigung, Allergien und bevorzugte Schlafposition(en) zu machen. Durch diese Analyse fällt es wesentlich leichter, den Wald trotz zahlreicher Bäume doch noch zu sehen und das richtige Füllmaterial für das Kissen zu finden.