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Gibt es die Matratze für alle?

« Wichtige Kriterien für den individuellen Matratzenkauf »

Da wir rund ein Drittel unseres Lebens in unserem Bett verbringen, sollten wir uns über die Wahl der richtigen Schlafunterlage Gedanken machen. Das bedeutet, wer sich nicht darüber informiert, welche Matratze am besten für ihn geeignet ist, darf sich nicht wundern, wenn er am Morgen wie gerädert aufwacht und Rückenschmerzen spürt. Aber welche ist die richtige oder gibt es vielleicht eine Matratze für alle? Im Folgenden möchten wir der Frage genauer auf den Grund gehen.

Gesunder Schlaf dank richtig ausgewählter Schlafunterlage

Für gesunden Schlaf kommt es stets darauf an, dass der Körper eine optimale Haltung auf der Schlafunterlage einnehmen kann. Dafür muss das Bettsystem allerdings bestimmten Ansprüchen genügen und von hoher ergonomischer Qualität sein. Matratze und Lattenrost sollten sich individuell an den Körper anpassen, damit sich der gesamte Bewegungsapparat, die Bandscheiben und die Muskeln erholen und regenerieren können.

Gesunder Schlaf dank richtig ausgewaehlter Schlafunterlage
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Eine zu weiche oder zu harte Unterlage, ein schlecht stützender Lattenrost und eine schlechte Liegeposition können Erholung und Regeneration jedoch einschränken oder vollständig behindern. Bandscheibenprobleme, Unwohlsein, Muskelverspannungen, Schmerzen, Konzentrationsstörungen und Gereiztheit können die Folgen sein.

Deshalb sollten Sie alle essenziellen Faktoren beim Matratzenkauf beachten:

Festigkeit

Für die Festigkeit beziehungsweise Härte der Schlafunterlage ist die Stauchhärte ausschlaggebend. Sie beschreibt den Druck, der notwendig ist, um das Material um 40 % eindrücken zu können. Viele Hersteller unterscheiden 5 verschiedene Härtegrade (H1 bis H5), abgestimmt auf verschiedene Körpergewichte. Demnach sind nicht alle Härtegrade für jeden geeignet:

  • Härtegrad H1:
    • weiches Liegegefühl
    • für ein Körpergewicht bis 60 kg
    • nicht für schwere Personen
  • Härtegrad H2:
    • angenehm softes, mittelfestes Liegegefühl
    • für ein Körpergewicht zwischen 60 und 80 kg
  • Härtegrad H3:
    • festes Liegegefühl
    • gute Stützung
    • für ein Körpergewicht zwischen 80 und 100 kg
  • Härtegrad H4:
    • sehr festes Liegegefühl
    • für ein Körpergewicht zwischen 100 und 130 kg
    • nicht für Personen mit geringem Körpergewicht
  • Härtegrad H5:
    • nur für Personen ab einem Körpergewicht von 130 kg

Da der Härtegrad keiner Norm unterliegt, unterscheiden manche Hersteller nur 4 Härtegrade und manche Unternehmen verwenden eine andere Bezeichnung, zum Beispiel F anstatt H. Dementsprechend können sich die zugeordneten Körpergewichte verschieben. Informieren Sie sich deshalb immer genau über den Härtegrad und alle Eigenschaften der Schlafunterlage, um keine Fehlentscheidung zu treffen. Wenn Sie eine individuelle Matratze kaufen möchten, sollten Sie allerdings nicht nur auf die Härtegradempfehlung für das jeweilige Körpergewicht achten, sondern auch auf Ihre Schlafposition und individuellen Vorlieben.

Festigkeit von Matratzen
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Punktelastizität

Die Punktelastizität ist ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der Liegeeigenschaft von Schlafunterlagen. Sie bedeutet eine optimale Matratzenanpassung im kleinsten Bereich der Unterlage, sodass eine ideale Druckverteilung erreicht wird. Optimal punktelastische Schlafunterlagen geben überall dort nach, wo sie stärker belastet werden. In diesem Zusammenhang ist der Härtegrad ebenso wichtig. Wird der Härtegrad individuell ausgewählt, erfährt der Körper eine optimale Druckentlastung und Erholung, während er unterstützt wird. Wenn Sie also ein neues Schlafsystem oder einzelne Komponenten davon kaufen, sollten Sie jedoch auch auf den Bezug und die Polsterung achten, denn sie können sich negativ auf die Punktelastizität auswirken. Ist der Bezug zu starr oder zu straff vernäht, kann der punktuelle Druck nicht optimal an den Matratzenkern weitergeleitet werden.

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Körperzonenstütze

Die Körperzonenstütze sorgt dafür, dass der Körper auf der Schlafunterlage optimal entlastet liegt. Alle Gelenke und das Becken sollten optimal gestützt werden, während der Körper gleichzeitig entlastet wird, damit er in den nächtlichen Regenerationsprozess eintreten kann. Menschen mit Rückenschmerzen sollten deshalb beim Matratzenkauf besonders auf dieses Kriterium achten.

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Biegeelastizität

Die Biegeelastizität beschreibt die Fähigkeit einer Matratze, sich optimal an einen verstellbaren Lattenrost anzupassen. Sie hat also weniger mit dem Schlafkomfort zu tun. Kaltschaum- und Latexmatratzen haben von Grund auf eine hohe Biegeelastizität und sind daher optimal für verstellbare Lattenroste geeignet. Weniger biegeelastisch sind hingegen Federkernmatratzen. Hochwertige, moderne Federkernmatratzen lassen sich allerdings immer besser mit verstellbaren Lattenrosten kombinieren. Achten Sie beim Matratzenkauf darauf, falls Sie einen verstellbaren Lattenrost verwenden.

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Mikroklima

Für gesunden Schlaf ist auch ein gesundes Mikroklima ausschlaggebend. Eine gute Schlafunterlage sollte die Flüssigkeit, die der Mensch in der Nacht verliert, sowohl an die Bettdecke als auch an die Raumluft abgeben können, um ein trockenes Schlafgefühl zu gewährleisten. Um das Mikroklima zu optimieren, sollte die Schlafunterlage idealerweise über einen Kern aus atmungsaktivem Material mit Längs- und Quereinschnitten verfügen. Darüber hinaus tragen hochwertige Bezüge mit klimaregulierenden Eigenschaften und hoher Atmungsaktivität, zum Beispiel aus Lyocell oder Baumwolle, zu einem optimalen Mikroklima bei.

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Ergonomie

Seit mehr als 20 Jahren gibt es bereits ausführliche ergonomische Tests, die die optimale Körperhaltung des Menschen während des Schlafes untersuchen. Gesundes, ergonomisch richtiges Liegen stellt Schlafunterlagen vor große Herausforderungen, da wir Menschen so unterschiedlich sind. Außerdem ändern wir unsere Schlafposition bis zu 40 Mal in einer Nacht. Um der Ergonomie des Menschen gerecht zu werden, muss sich die individuelle Matratze an den Körper anpassen können. Nach der optimalen Anpassung muss der Körper von der Schlafunterlage in seiner natürlichen, anatomisch richtigen Lage gestützt und gehalten werden, ohne dabei Druckpunkte zu erzeugen.

Ergonomisch richtiges Liegen
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Nur wenn diese Anforderungen an eine optimale Schlafunterlage erfüllt sind, können sich Verspannungen und Rückenschmerzen auflösen und sich die Bandscheiben während des Schlafes regenerieren und mit Flüssigkeit füllen. Eine ungeeignete Beschaffenheit der Schlafunterlage kann hingegen zu Druckstellen, Muskelverspannungen und zum Abknicken der Wirbelsäule führen.

Die Ergonomie ist besonders für die verschiedenen Schlafpositionen wichtig:

Schlafunterlagen für Seitenschläfer dürfen die Wirbelsäule seitlich nicht abknicken. Die Wirbelsäule muss in der Seitenlage eine gerade Linie bilden. In der Rückenlage hingegen muss die Wirbelsäule seine normale S-Form beibehalten. Nur so bleiben die Rückenwirbel in ihrer anatomisch korrekten Position. Für Bauchschläfer sind druckmindernde, feste und stabile Schlafunterlagen zu empfehlen, die den Körper nicht durchhängen lassen. Demnach scheint eine Matratze für alle nicht machbar zu sein.

Schlafposition in der Seitenlage
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Erfüllen alle gängigen Matratzenarten diese Kriterien und für welche Schlafpositionen sind sie geeignet?

Viscoelastische Matratzen

Da der Viscoschaum auf Körperwärme und Druck reagiert, besitzen diese Schlafunterlagen eine hohe Rücksprungelastizität und Anpassungsfähigkeit sowie optimale druckmindernde Eigenschaften. Das Material ist sehr gut geeignet, um die Bandscheiben während eines Bandscheibenvorfalls oder bei Rückenschmerzen zu entlasten. Auch beim Wundliegen (Dekubitus) werden viscoelastische Matratzen gerne verwendet. Darüber hinaus zeichnet sich Viscoschaum durch antiallergische Eigenschaften aus, sodass sich auch alle Asthmatiker und Allergiker an diesen Schlafunterlagen erfreuen können.

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Kaltschaummatratze

Dieser Matratzentyp weist ebenso eine gute Rücksprungelastizität und Anpassungsfähigkeit an den Körper auf. Bei richtiger Auswahl des Härtegrades eignet sich die Matratze für alle Schlaftypen, da sie ebenso wie die Taschenfederkernmatratzen häufigen Positionswechsel unterstützt. Kaltschaum wirkt kühlend und ist sehr atmungsaktiv. Deshalb eignet er sich zum Beispiel für die Sommermonate und für Menschen, die zu nächtlichem Schwitzen neigen. Bei orthopädischen Vorerkrankungen sorgt eine Kaltschaummatratze mit Zoneneinteilung für Entlastung, Erholung und einen gesunden Schlaf.

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Latexmatratze

Eine Latexmatratze zeichnet sich grundsätzlich durch ein weiches Liegegefühl aus und zeigt eine hohe Punktelastizität, Flexibilität und antiallergische Eigenschaften. Eine Schlafunterlage aus Naturlatex ist deshalb eine gute Wahl für Hausstauballergiker, Neurodermitiker und andere sensitive Personen. Ebenso gut eignet sie sich für Bandscheibenerkrankte und Seitenschläfer, da sie die Wirbelsäule druckfrei in ihrer anatomisch korrekten Haltung lagern kann. Darüber hinaus verfügen Latexmatratzen dank ihrer hohen Atmungsaktivität über ein optimales Mikroklima.

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Taschenfederkernmatratze

Taschenfederkernmatratzen besitzen elastische Federn, die in einzelne Stofftaschen eingenäht sind. Dadurch erhalten sie eine höhere Anpassungsfähigkeit und Punktelastizität als herkömmliche Federkernmatratzen. Diese Matratzenart ist für alle Schlafpositionen geeignet, besonders für Personen mit einem hohen Anspruch an den Schlafkomfort. Bei Bauchschläfern wirkt sie einem Hohlkreuz entgegen.

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Eine Matratze für alle gibt es nicht

Wie Sie an unseren Ausführungen erkennen, gibt es keine Matratze für alle. Jeder Mensch sollte seine Schlafunterlage individuell, entsprechend seiner Vorlieben und seines Schlafverhaltens kaufen. Deshalb ist es beim Matratzenkauf wichtig, dass Sie eine Matratze, die alle essenziellen Eigenschaften aufweist, finden. Eine kompetente Beratung kann Sie bei Ihrer Suche unterstützen.

Im großen Fachgeschäft von Bettenritter ist es möglich, eine umfassende Beratung für den richtigen Matratzenkauf zu erhalten. Ebenso können Sie von einer Beratung profitieren, wenn Sie eine individuell ausgewählte Matratze im Onlineshop kaufen möchten.