Startseite | Matratzen | Latexmatratzen im Test

Latexmatratzen im Test

« Was zeichnet das Material aus und welches Modell überzeugt am meisten? »

Latexmatratzen zeichnen sich durch hervorragende Stütz- und Formeigenschaften aus und sind bei adäquater Pflege sehr langlebig. Was die Bekanntheit und Verbreitung anbelangt, stehen sie den Federkernmatratzen noch ein wenig nach. Das soll sich aber ändern: In unserem Test nehmen wir die Herstellung und Merkmale des Kernmaterials genauer unter die Lupe. Darüber hinaus lernen Sie mehrere empfehlenswerte Matratzen aus Natur- und Synthetiklatex näher kennen.

Herstellung von Latex

Latex entsteht durch Aufschäumen von Kautschuk. Dabei gilt es zwischen natürlichem und synthetischem Kautschuk zu unterscheiden.

Naturlatex

Naturlatex wird aus dem Saft des Kautschukbaums (botanischer Name ‚Helvea brasiliensis‘) gewonnen. Nach der Extraktion aus der Latexmilch vermischt man den Gummianteil (circa 35 Prozent) mit verschiedenen Stabilisatoren. Bei etwa 100 bis 120 Grad Celsius wird das aufgeschäumte Kautschukmaterial in Stahlformen mit Heizstiften vulkanisiert. Das Ergebnis dieses Prozesses ist elastischer, reißfester und höchst stabiler Gummi. Zu guter Letzt folgen das Waschen, Schleudern und Trocknen des entformten Latexkerns, der das Herzstück der Latexmatratze bildet. Naturlatex ist ein reines Naturprodukt. Je nach Wettereinflüssen im Anbaugebiet kommt es zu gewissen Qualitätsschwankungen. Prinzipiell sind Matratzen aus Naturlatex allesamt Unikate, deren Festigkeitsgrad nicht zur Gänze vorhersehbar ist.

Latex, das vom Kautschukbaum geerntet wird
© Mps197 / Fotolia.com

Wichtig: Wird das Waschen nachlässig durchgeführt, verbleiben Eiweißrückstände im Kern. Diese können Allergien auslösen. Bei extrem günstigen Matratzen ist dahingehend Vorsicht geboten.

Synthetiklatex

Synthetiklatex wird petrochemisch hergestellt. Das Material besteht demnach aus Erdöl. In Bezug auf den Fertigungsprozess finden sich keine merklichen Unterschiede zu Naturlatex. Das Resultat ist jedoch um circa zehn Prozent fester.

Röwa Pure Nature Matratze

Hinweis: Es gibt einige Matratzen, deren Kern eine Mischung aus Natur- und Synthetiklatex aufweist. Entsprechende Matratzenkerne bestehen zu maximal 60 Prozent aus natürlichem Latex. Es gilt: Je mehr Naturlatex im Kern der Matratze enthalten ist, desto besser gestaltet sich die Rückstellkraft. Und: Je höher der Synthetikanteil ausfällt, desto mehr Festigkeit hat die Schlafunterlage.

Extra: Talalay-Verfahren

Eine Besonderheit stellt das sogenannte Talalay-Verfahren dar. Nach dem Aufschäumen bei rund 120 Grad Celsius wird der Latexkern bei minus 34 Grad Celsius schockgefroren. Durch die mehrmalige Wiederholung des Prozesses ist der Kern großen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Diese führen zum Aufplatzen einzelner Bläschen. Auf diese Weise wird der Latex offenporig und damit enorm luft- und feuchtigkeitsdurchlässig.

Aufgeschäumtes Latex, fertig zur Weiterverarbeitung
© Marek / Fotolia.com

Hinweis: Die Herstellung von Latexmatratzen ist sehr aufwändig und kostenintensiv. Für jede einzelne Größe und Zoneneinteilung bedarf es einer separaten Produktionsform (auch als Backform bezeichnet). Das unterscheidet Latex von anderen Schäumen, die jeweils als großer Block daherkommen, aus dem der benötigte Kern herausgeschnitten wird.

Grundlegender Aufbau von Matratzen aus Latex

Klassische Latexmatratzen verfügen über einen speziellen Kern. Dieser weist einige Kanäle auf, die im Rahmen der Produktion durch die Heizstäbe entstanden sind. Dank der „Löcher“ präsentieren sich die fertigen Schlafunterlagen sehr fest und im Inneren gut belüftet.

Hinweis: Unterschiedlich große Längs- und Querkanäle im Latexkern sorgen für mehrere Liegezonen – ein wesentliches Qualitätsmerkmal.

Im Idealfall umhüllt ein elastischer Stoffbezug den Latexkern, um dessen außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit zu unterstützen.

Neben klassischen Ausführungen gibt es noch sogenannte Latex-Schichtmatratzen. Diese kommen zusätzlich mit einer oder mehreren Kokoskautschukschichten daher, für eine noch weiter perfektionierte Stützkraft der Matratze. Entsprechende Modelle empfehlen sich für Personen mit sehr hohem Körpergewicht sowie für Kinder und Jugendliche, da diese bekanntermaßen auf Betten mit besonders stabilen Schlafunterlagen schlafen sollen.

Aufbau einer Matratze mit mehreren Schichten
© limco72 / Fotolia.com

Allgemeine Eigenschaften von Schlafunterlagen mit Latexkern

Beim Latexmatratzen Test werden die hohe Punktelastizität sowie die ausgeprägte Formstabilität hochwertiger Modelle deutlich. Sie passen sich dem Körper perfekt an. Dank ihrer elastischen Charakteristika ist eine Latexmatratze gut auf Betten mit verstellbarem Lattenrost verwendbar. Zudem bietet der Latexkern ein wenig schmackhaftes Umfeld für Hausstaubmilben.

Um die positiven Eigenschaften beim Liegen und Schlafen auf Dauer zu erhalten und die grundsätzliche Langlebigkeit der Matratze zu gewährleisten, ist regelmäßiges Pflegen und Reinigen elementar. Alle zwei bis vier Wochen gilt es die Schlafunterlage zu drehen und/oder zu wenden. Dies ist aufgrund des relativ hohen Eigengewichts etwas mühsam. Zu zweit klappt es jedoch problemlos.

Bei gewissenhafter Pflege bleibt eine hochwertige Latexmatratze mindestens zehn Jahre lang in einem Top-Zustand – eine wichtige Voraussetzung für dauerhaft erholsamen Schlaf.

Für wen sind Matratzen mit Latexkern geeignet?

Latexmatratzen eignen sich aufgrund ihrer Punktelastizität und Formbarkeit für sämtliche Schlaflagen. Das heißt, sie harmonieren mit Bauch-, Rücken- und auch mit Seitenschläfern. Personen, die häufig an Rückenschmerzen leiden, profitieren ebenfalls von den Merkmalen des Latexkerns.

Latexmatratzen eignen sich hervorragend für Menschen mit Rückenschmerzen
© Antonioguillem / Fotolia.com

Apropos Punktelastizität und Formbarkeit: Beim Schlafen sinkt man recht tief in die Matratze ein. Dadurch entsteht eine hohe Wärmehaltung. Wer leicht friert, tut sich mit einer Latexunterlage im Bett also einen Gefallen.

Hausstauballergikern kommen die hygienischen Vorzüge zugute. Latex hemmt das Wachstum und die Ausbreitung allergieauslösender Hausstaubmilben. Nur wer gegen das Material allergisch ist, muss sich nach Matratzenalternativen umsehen, um gesunden Schlaf sicherzustellen. Für alle anderen gilt: Mit passendem Bettzeug und Kopfkissen steht eine Nacht ohne allergische Reaktionen bevor

Christian Fischbacher Ganzjahres-Kassettendecke Christian Fischbacher 4-Saison-Kassettendecke

Latexmatratzen Test – diese Kriterien sind qualitätsentscheidend

Die im Handel erhältlichen Schlafunterlagen mit Latexkern unterscheiden sich in puncto Qualität teilweise enorm. Beim Test und Vergleich verschiedener Ausführungen gilt es mehrere Kriterien zu berücksichtigen.

Kriterium #1: Menge des verwendeten Materials

Je mehr Kautschukmasse für den Latexkern genutzt wird, desto fester und stabiler ist die Matratze. Allerdings wirkt sich die Materialdichte auch entsprechend auf das Gewicht aus.

Kriterium #2: Dicke des Kerns

Der Kern sollte möglichst dick sein, um die gewünschte Festigkeit und Stabilität im Liegen und beim Schlafen zu garantieren.

Kriterium #3: Anzahl und Dicke der Kanäle

Die Liegeeigenschaften und Komfortzonen einer Latexmatratze hängen sehr stark von der Anzahl und Dicke der Kanäle ab. Je mehr Löcher im Kern vorhanden sind und je größer die einzelnen Aussparungen ausfallen, desto flexibler ist die Schlafunterlage. Zudem haben die Kanäle Einfluss auf die Durchlüftung und den Feuchtigkeitstransport im Kern.

Kriterium #4: Vorhandensein mehrerer Liegezonen

Das Vorhandensein mehrerer Liegezonen sorgt für eine ideale Unterstützung des Körpers im Schlaf.

Kriterium #5: Höhe des Raumgewichts

Je höher das Raumgewicht ist, desto weniger Luft enthält der Latexkern. In der Folge bleibt die Matratze länger elastisch und formstabil.

Latexmatratzen im Test – unsere Top 3 im kurzen Porträt

Die Selecta L4, die Velda Pulse Supreme und die Swissflex Versa 22 gehören zu den besten Latexmatratzen im Test. Sie unterscheiden sich in vielen Details, überzeugen jedoch alle in Bezug auf die wichtigsten Eigenschaften.

Frau testet eine Matratze
© VadimGuzhva / Fotolia.com

Selecta L4

Bei der L4 von Selecta handelt es sich um eine Synthetiklatexmatratze Made in Germany. Sie weist ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Die Kernhöhe beträgt 14 (mit Bezug 17) Zentimeter. Besondere Vorzüge sind die sieben körpergerechten Funktionszonen, der ausgeprägte Schulterkomfortbereich und die integrierte Lendenwirbelunterstützung. Die Matratze ist mit drei verschiedenen Bezügen, in den drei gängigen Härtegraden (Soft, Medium, Firm) und wie alle Modelle aus dem Test in mehreren Größen erhältlich.

Selecta L4 Latex-Matratze - Testsieger

Velda Pulse Supreme

Die Pulse Supreme von Velda besteht zu jeweils 50 Prozent aus Natur- und Synthetiklatex – hergestellt im Talalay-Verfahren. Dieses Merkmal macht die Schlafunterlage noch haltbarer und sorgt für eine gleichmäßigere Stützkraft. Das Modell ist insgesamt 23 Zentimeter hoch, das Raumgewicht liegt bei 55 – ein sehr guter Wert, der mit einer Haltbarkeit von etwa zehn Jahren einhergeht. Weitere Vorteile sind die ergonomische 7-Zonen-Unterstützung sowie der unversteppte Stretch-Jersey-Bezug.

Velda Latex Matratze "Pulse Supreme"

Swissflex Versa 22

Mit der Versa 22 bietet Swissflex eine Schlafunterlage aus 100 Prozent Naturlatex. Die Höhe des Kerns liegt bei 18, die Gesamthöhe bei 22 Zentimetern. In puncto Bezug stehen zwei Varianten zur Wahl: Die Version „Fresh&Free“ wirkt kühlend und erfrischend, dank der wärme- und feuchtigkeitsableitenden Eigenschaften von Polyester; die zweite Version, „Merino&Natural“, empfiehlt sich für all jene Personen, die beim Schlafen mehr Wert auf ein warmes und kuscheliges Gefühl legen.

Swissflex Versa 26

Auf Wunsch wird die Versa-22-Latexmatratze aus dem Test mit speziellem SEP (Schulter-Entspannungs-Plus) geliefert, das ein noch besseres Einsinken im Schulterbereich fördert.

Fazit: Latexmatratzen im Test begeistern durch Festigkeit und lange Lebensdauer

Im Matratzen Test werden die markanten Vorteile von Schlafunterlagen aus Latex deutlich: Sie sind sehr punktelastisch und formstabil – und deshalb für alle Schlaftypen geeignet. Zudem sagt der Latexkern Hausstaubmilben den Kampf an und bleibt bei richtiger Pflege viele Jahre in sehr gutem Zustand. Welche Ausführung der Latexmatratzen im Test am besten zu Ihnen passt, hängt von Ihren Anforderungen ab: Je nachdem, ob Sie ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis wünschen, eine Talalay-Variante bevorzugen oder reinen Naturlatex anvisieren, ist die Selecta L4, die Velda Pulse Supreme oder die Swissflex Versa 22 das richtige Modell für Ihren Bedarf.